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Herzlich willkommen beim Aktionsbündnis
Alte Sternwarte Mannheim

Die Zukunft der Alten Sternwarte steht
nicht in den Sternen …

Eines der ältesten noch existierenden Bauwerke Mannheims, die Alte Sternwarte, ist dringend sanierungsbedürftig. Da die notwendigen Mittel zur Renovierung derzeit noch nicht zur Verfügung stehen, ruft das Aktionsbündnis „Alte Sternwarte“ alle Mannheimerinnen und Mannheimer dazu auf, durch Spenden an der Sanierung des Gebäudes mitzuwirken.

Die Sternwarte ist ein historisch einzigartiges Gebäude. Hier wurde astronomische Forschung betrieben, die geradezu zu einem „Markenzeichen“ der Ära des Kurfürsten Carl Theodor wurde. Schon früh wurde sie von zahlreichen prominenten Zeitgenossen wie Wolfgang A. Mozart und Thomas Jefferson bestaunt.

Die Sternwarte ist ein unverzichtbarer, wesentlicher Teil des Mannheimer Stadtbilds und prägt die Silhouette der Stadt. Zusammen mit dem Schloss, der Jesuitenkirche und dem Zeughaus bietet sie ein einheitliches Barockensemble, auf das Mannheim sehr stolz sein kann.

Das Aktionsbündnis „Alte Sternwarte“ ist eine Initiative von Helen Heberer (MdL) und engagierter Mannheimer Einrichtungen, Vereine und Privatpersonen. Wir setzen uns für die Sanierung dieses einmaligen Bauwerks — das einst eine Sensation war — mit allen Kräften ein.

… Helfen Sie uns dabei, das historische Gebäude zu erhalten!

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Veranstaltungen

Hier finden Sie alle Veranstaltungen des Aktionsbündnisses

 

Die Sanierung der Aussenfassade ist jetzt fast abgeschlossen, neue Fenster eingesetzt, auch die Balkone und die Geländer sind erneuert und das Gerüst verschwunden.

Das Aktionsbündnis feiert diesen Meilenstein der Renovierung mit einem Fest am 9. Mai 2015 ab 16 Uhr.

Um 17 Uhr gibt es einen offiziellen Empfang mit viel Musik und dem OB Dr. Peter Kurz. Ab 18 Uhr gibt es ein Programm aus Musik, Lesungen und Führungen. Im Hof des Ursulinen-Gymnasiums gibt es Essen und Getränke.

Das Aktionsbündnis lädt Sie herzlich ein und freut sich, Sie bei diesem Fest zu sehen. Auf keinen Fall sollten Sie die Lichtinstallation zum „Mannheimer Meridian“ versäumen….

Die Einladung mit den einzelnen Programmpunkten finden Sie unter diesem Link: sternwartenfest einladung 9 mai

 

 

Spenden

Wir bitten um Spenden zur Erhaltung der Alten Sternwarte Mannheim

An den Verein:

Stadtbild Mannheim e. V.

Kontonummer 38 460 242
Sparkasse Rhein Neckar Nord
BLZ 670 505 05

Stichwort „Aktionsbündnis Alte Sternwarte“

Der Verein Stadtbild e. V. stellt Spendenbescheinigungen aus.

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Bautagebuch Sanierung

Die Sanierung der Alten Sternwarte beginnt. Die Kosten für die rund 1 Mio Euro teure Aussensanierung teilen sich die Stadt Mannheim (300.000 Euro), das Land (470.000 Euro) und Mannheimer Bürgerinnen und Bürger über das ‚Aktionsbündnis Alte Sternwarte‘ und dem Verein Stadtbild Mannheim e.V. (230.000 Euro).

Das Aktionsbündnis begleitet die Renovierung mit einem online geführten Bautagebuch. Wenn Sie sich mit daran beteiligen möchten, können Sie uns Texte und digitale Bilder zusenden unter altesternwartemannheim@t-online.de

Wir freuen uns, daß es endlich losgeht…..

copyright 
Text: S. Köhler / R. Thamm
Fotos: Aktionsbündnis Sternwarte/ S. Köhler/ R.Thamm /

05.03.2013

 

 

Wer an der Sternwarte vorbei läuft, kann es sehen: die ersten Maßnahmen sind bereits erfolgt. Der große Götterbaum, rechts neben dem Eingang wurde gerodet, damit das Gerüst gestellt werden kann.

 

 

 

 

11.3.2013

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Im Erdgeschoß bei der Pressekonferenz

Auf einer Pressekonferenz mit dem ersten Bürgermeister Christian Specht und Bau-Bürgermeister Lothar Quast am Montag den 11.3 wurde der offizielle Startschuss gegeben. Aktuell wird an dem achteckigen Gebäude die Baustelle eingerichtet und der Sockel freigelegt. Anschließend wird ein Baugerüst aufgestellt. Ab Mitte April sollen dann die Arbeiten an den maroden Sandsteingesimsen und weitern Natursteinen beginnen, die bis Anfang November abgeschlossen sein sollen. Parallel dazu werden der Putz an der Fassade überarbeitet und die Geländer restauriert. Gegen Ende des Jahres sollen die Fenster saniert bzw. erneuert werden. Endtermin der Sanierung ist für Anfang 2014 geplant.

 

15.3.2013

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Musterfläche

Bevor Ende März das Gerüst aufgestellt werden kann, wird jetzt als erstes der mit Mörtel putzähnlich überzogene Sockel freigelegt, um den Zustand des darunter liegenden Quadermauerwerks insgesamt bewerten zu können.

Wer an der Sternwarte vorbei geht, kann die bereits angelegte Musterfläche an der Nordseite sehen. Diese Musterfläche ermöglicht einen Einblick in den tatsächlichen Aufbau und Zustand um dann die flächenhaft durchzuführenden Arbeiten detailierter festlegen zu können. In der nächsten Woche erfolgt dann die gesamte Abnahme der Mörtel in der Art und Technik welche über die Musterfläche ermittelt wurd. Erst dann kann man den Sockel in seiner Gesamtheit optisch bewerten und die genauen Schritte für die Sanierung festlegen.

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Höhe des aufgetragenen Verputzes

 

 

 

 

25.03.201325.03sockel

Die Ate Sternwarte ist inzwischen eingezäunt. Und wie auf dem Foto zu sehen ist, ist der Sockel ist  komplett von der Steinersatzmasse befreit. Damit können die Naturstein-Spezialisten und die Denkmalschutzbehörde ihn jetzt genau begutachten. Da der gesamte Sockel bereits durch vorhergehende Sanierungen stark überarbeitet wurde, gibt es nur die Möglichkeit erneut einen Steinersatzmörtel aufzubringen oder den gesamten Sockel mit neuen Steinen zu belegen. Anfang Mai soll über das weitere Vorgehen entschieden werden. Noch vor Ostern wird das Gerüstbaumaterial angeliefert und das Gerüst aufgestellt.

 

17.04.2013

Ein Interview mit Herrn Restle, Firma RJ Stahlgerüstbau Mannheim

17.04sichtIst die Einrüstung der Alten Sternwarte eine besondere Herausforderung für Sie?

Erst mal ist die Sternwarte für die Mannheimer, und auch für mich, ein sehr emotionales Gebäude. Insofern war das auch für mich sehr interessant, dass unsere Firma den Zuschlag von der Stadt für die Einrüstung bekommen hat. Dazu wohne ich selbst nicht weit weg und habe den Niedergang der Außenhaut schon seit Jahren selbst beobachten können. Und wenn man sieht, wie schön die Jesuitenkirche und das Schloss hergerichtet worden sind, dann fehlte zu dem ganzen Ensemble eigentlich nur noch die Sternwarte.

 

Das ist ja etwas ganz anderes, als ein einfaches Haus einzurüsten?

Wir machen selten normale Häuser.

 

Dann haben Sie sich auf historische Gebäude spezialisiert?

Nicht nur historische Gebäude, sondern was auch für mich persönlich interessant ist. Und damit färbt das auch ins Unternehmen ab. Es sind eher die etwas kompliziertere Dinge als rechtwinklig oder quadratisch, praktisch gut. Das machen wir zwar auch. Das ist dann aber mehr der Langweil-Modus.

Hier ist es schon spannend, auch für die Monteure. Da ist einmal das Achteck des Gebäudes. Dann die ganzen Lisene (Mauerblenden, die schmal und leicht hervortreten und die Wand vertikal verstärken), die es gibt. Dann die Balkone mit den unterschiedlichen Maßen. Auch das Gebäude springt in der Gebäudeflucht in der Höhe nach innen. Dann die Rücksprünge in den Seitenflächen – das alles ist mit einem normalen Gerüst nicht machbar und auch nicht zu vergleichen.

Hinweis: Die Firma RJ Stahlgerüstbau hat bereits den Wasserturm eingerüstet, als zu seinem 100. Geburtstag  die Fassade erneuert wurde sowie die Dachkuppel der Christuskirche, als diese saniert wurde und den ca. 50 Meter hohen Turm der Johanniskirche auf dem Lindenhof.

 

17.04materialUnterscheiden sich die verwendeten Gerüstteile von normalen Gerüstbauten?

Ja das tut es. Bei einem normalen Haus haben Sie Rahmen, Geländer und Beläge, die steckt man einfach zusammen. Das können Sie vergleichen mit den Aufgaben für einen Zweit- oder Drittklässler. Hier sind wir schon in der Oberstufe des Gymnasiums, weil der, der hier anfängt zu bauen, sich überlegen muss, kann ich das, was ich unten mache, oben noch gebrauchen, um der Geometrie des Gebäudes gerecht zu werden. Oder gibt es Konsequenzen, die mich dann zwingen, oben wieder Umbauten vorzunehmen. Welches Material verwende ich?

 

 

Warum muss ich mir unten so viele Gedanken machen – weil das Gebäude unten breiter ist als oben?

Einmal haben wir den Eingangsvorbau, der gibt auf der Nordwestseite eine andere Gebäudegeometrie vor, als der Turm dann nach oben hat. Dann haben wir diese Terrasse, die nicht allzu tragfähig ist. Dort muss man mit einer Vielzahl von Überbrückungskonstruktionen arbeiten, die die Last wegnehmen bzw. dort hinbringen, wo man sie lieber hätte.

 

Sind das diese Holzbretter, die man von unten sieht?17.04ausgleich

Nein das sind diese Gitterträger aus Metall, wie man sie z.B. rechts und links über der Terrasse herausragen sieht

Dann verjüngt sich das Gebäude nach oben.  Nach jeder Lisene geht es ein Stück zurück. Es gibt keine durchgehende Flucht. Dann sind die Maße der Balkone unterschiedlich. Der untere z.B. ist größer als die oberen Balkone. Dann muss man schon jetzt daran denken, dass die Balkone vielleicht bei der Sanierung ausgetauscht werden müssen. Also muss das Gerüst so gebaut sein, dass man diesen Gerüstteil zurückbauen kann, damit man mit einem Kran den Balkon herausheben kann.

17.04aufzugDann haben wir auch noch einen Fahrstuhl, damit man Material und Personen hinaufbringen kann. Man muss ja daran denken, dass vielleicht Steine ausgetauscht werden müssen, die nicht mehr mit normaler Manneskraft bewegt werden können. Und dann haben wir auch noch einen Treppenturm eingebaut, dass man auch zu Fuß hoch gehen kann, bzw. als zweiter Fluchtweg. Mit einer Leiter ist das viel aufwendiger – und auch gefährlicher –  Material und Handwerksgerät mit nach oben zu nehmen.

 

Wie viele Meter Gerüst und Gerüstbelag werden hier verbaut?

Ich denke so fünf- bis fünfeinhalb Kilometer Einzelteile Gerüst: Stangen, Belag, Dielen, Kupplungen. Und wenn man das in ein Gewicht überführt sind das vielleicht 20 – 25 Tonnen.

 

Eine ganz schöne Menge, wie wird das abgefangen, damit das Gerüst nicht im Boden einsinkt?

Die Last wird auf dem Boden mit großen Holzdielen abgefangen und verteilt.17.04last

 

Wird das Gerüst dann auch noch verhängt?

Ja, es wird auch noch verhängt. Es wird dann wie eine kleine Arbeit von Christo aussehen.

 

Wann haben Sie begonnen aufzubauen?

17.04arbeiterWir haben kurz vor Ostern angefangen. Wir denken, dass wir kurz vor Ende April fertig sind. Aber wenn wir jetzt weiter oben sind, können wir das allerdings nicht ganz so gut voraussagen, weil wir dort oben beim Bauen extrem vom Wetter und Wind abhängig sind. Wenn der Wind zu stark ist, dann kann man da oben nicht arbeiten. Wenn ein Mann bei starkem Wind dort eine Belagplatte in der Hand hält, dann ist die Windlast ungefähr so stark, wie er wiegt und das ist zu gefährlich. Das kann er nicht mehr halten, da fliegt er einfach mit.

Das Aktionsbündnis Alte Sternwarte bedankt sich vielmals für das Gespräch.

 

 

 

06.05.2013

07.05verpackt

Verpackt

Nicht nur die äussere Fassade der alten Sternwarte wird eingepackt und verschwindet langsam Stück für Stück hinter Gerüst und Verkleidung. Auch die Künstler und Künstlerinnen im Turm richten ihre Ateliers her und machen sie quasi „wetterfest“. Denn wenn die Fassade ab Mitte Mai abgestrahlt wird, wird es eine Menge Staub geben. Auch wenn die Fenster von aussen abgedichtet werden.

Damit die vielen Bilder nach der Renovierung keine Staubschicht haben und selbst ein „Renovierungsfall“ werden, haben die Künstler nach und nach ihre Ateliers „staubfest“ gemacht.

Walter Stallwitz hat in seinem Atelier, mit Hilfe von Freunden, alles an den Wänden abgehängt und die Arbeiten, sorgsam nach Größe sortiert an den Wänden gestapelt, darauf bedacht, möglichst weit von den Fenstern entfernt zu sein. Alles wurde mit Folie abgedeckt. Dabei ist der „Vorher-“ / „Nachher-Effekt“ ziemlich extrem.

Vorher

Vorher…

Wer schon mal zu Gast bei ihm im Atelier war, weiß um die angenehme Atmosphäre und die vielen Arbeiten, die die Wände schmücken. Jetzt sieht es ziemlich trist aus. Und selbst der große Tisch mit allen Arbeitsutensilien verschwindet unter einer Folienschicht.

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Nachher…

Wie er da arbeiten soll, weiß Walter Stallwitz im Moment nicht so genau. Er lässt sich überraschen, wie die nächsten Wochen werden. Vorsorglich hat er alle Arbeiten für eine neue Ausstellung in Heidelberg sorgsam zur Seite gestellt.

Auch Uta Dorra ist fleissig am Räumen. Für sie war die Renovierung, wie sie meint, auch einen Anstoß diverse Dinge, die sie im Atelier nicht mehr benötigt, auszuräumen und auf die Deponie zu bringen. Sie hat sich etwas Sorgen gemacht, ob das Licht noch ausreichend ist, wenn das Gerüst zugehängt ist. Aber das ist es.  Ein Fenster ihres Ateliers ist bereits verhängt. Aber trotzdem sind die Lichtverhältnisse fast wie immer.

 

29.06.2013

Der Rheinneckarblog hat einen Beitrag über die Sanierung veröffentlicht: Hier finden Sie den Bericht

6. 07.2013

Bericht über den Zustand der Plattform der Sternwarte von Herrn Roger Thamm

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Aktuelles

Berichte und Links zum Sternwartenfest am 9.Mai 2015

Hier finden Sie aller Berichte zum Fest an der Sternwarte am 9. Mai 2015, das das Aktionsbündnis Alte Sternwarte zum Abschluss der Aussensanierung feierte.

Bilder vom Fest und zur Lichinstallation folgen ….

 

Manheimer Morgen

http://www.morgenweb.de/mannheim/mannheim-stadt/erinnerungen-an-die-alte-sternwarte-1.2238649

 

http://www.morgenweb.de/mannheim/mannheim-stadt/die-alte-sternwarte-feiert-1.2237835

 

RNF – zur Sache: Glnaz aus dem Barock – die Rettung der Mannheimer Sternwarte

http://www.rnf.de/mediathek/video/zur-sache-glanz-aus-dem-barock-die-rettung-der-mannheimer-sternwarte/

 

Stadt Mannheim – Rede OB

https://www.mannheim.de/nachrichten/sternwarte-erstrahlt-neuem-glanz

Alte Sternwarte -Denkmal des Monats Juni 2014

30.Juni 2014

Stuttgart / Mannheim – Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg ernennt die Alte Sternwarte in Mannheim zum Denk2014_06_28_sternwarte1mal des Monats Juni. Mit dieser Auszeichnung würdigt die Stiftung in Stuttgart, die sich seit 1985 für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land einsetzt, auch das Bürgerengagement des „Aktionsbündnisses Alte Sternwarte“ und des Vereins „Stadtbild Mannheim e. V.“ Beide haben sich in herausragender Weise für die Sanierung des stadtbildprägenden barocken Kleinods eingesetzt und Spenden gesammelt. So wird dieses älteste noch erhaltene Bauwerk der Stadt Mannheim vor seinem Verfall bewahrt.

Seit März letzten Jahres laufen die Renovierungsarbeiten an der ältesten Sternwarte im Land. Bis 1880 wurde dort astronomisch geforscht und Wissenschaftsgeschichte geschrieben. Im 18. Jahrhundert arbeitete der  Jesuitenpater Christian Meyer in dem Bau. Der Mathematiker und Experimentalphysiker gehörte damals weltweit zu den angesehensten Astronomen. Der pfälzische Kurfürst Carl Theodor hatte das heute  kulturhistorisch bedeutsame barocke Gebäude für seinen Hofastronomen von 1772 bis 1774 errichten lassen.

Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hat im letzten Jahr die Sanierung mit 150.000 Euro unterstützt. Seit ihrer Gründung hat sie mehr als 1.300 Maßnahmen gefördert, um Bauten vor dem Verfall zu retten. Möglich ist dies, weil die Denkmalstiftung Baden-WürHH Sternw 280614fri(6)ttemberg neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital und großzügigen Spenden seit 2013 auch erhebliche Mittel aus der Lotterie Glücksspirale erhält.

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Stiftung bürgerlichen Rechts besonders den Erhalt und die Sanierung von Kurdenkmalen, wo sich private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen dafür einsetzen.

Hier finden Sie einen Beitrag aus dem MM zu der kleinen Feier, die anlässlich der Ernennung am 28. Juni stattfand

 

„Kindheit mit kurfürstlichem Ausblick“

29. April 2014

Hier finden Sie einen Artikel über die Schwestern Elisabeth und Gisela Schwender, die in der alten Sternwarte geboren wurden und dort aufgewachsen sind. Der Artikel erschien am 29.April im Mannheimer Morgen.

Viel Spass beim Lesen!

Zeitungsartikel

 

Künstlerin Bettina Mohr stiftet Gemälde an das Aktionsbündnis

20. Januar 2014

Die Mannheimer Künstlerin Bettina Mohr unterstützt die Sanierung  der Alten Sternwarte und stiftet  dem Aktionsbündnis „Alte Sternwarte Mannheim“ eines ihrer Gemälde zur Versteigerung. Der Erlös geht in den Spendentopf für die Sanierung der Alten Sternwarte.

083_0556_bearb3_klein„Die Sternwarte ist ein unverzichtbarer, wesentlicher Teil des Mannheimer Stadtbilds und prägt die Silhouette der Stadt“, begründet Bettina Mohr ihre Initiative, „das Engagement des Aktionsbündnisses zum Erhalt dieses Gebäudes kann deshalb nicht hoch genug gelobt werden und verdient die Unterstützung eines jeden Einzelnen. Mit dem Bild möchte ich meinen Teil zum Erhalt beitragen.“

„Wir sind für dieses große Engagement der Künstlerin außerordentlich dankbar“,  freut sich die Sprecherin des Aktionsbündnisses, Landtagsabgeordnete Helen Heberer über das wertvolle Geschenk  und wird die Arbeit versteigern und zwar innerhalb der

Auktion „Art Made in Mannheim“ der Künstlernachlässe Mannheim, am 17. Februar 2014 um 19:00 im Planetarium

Auf der Originalarbeit von Bettina Mohr, die in Acryl auf einer Aluminiumplatte ausgeführt ist, ist das Motiv der Alten Sternwarte, umgeben von Bäumen vor dem  Hintergrund der Jesuitenkirche dargestellt.mohr sternwarte

Bettina  Mohr lebt als freischaffende Künstlerin in Mannheim. Nach zwei Berufsausbildungen und der Tätigkeit als Dozentin für Rhythmik und Tanz studiert sie nun schon seit mehr als 15 Jahren autodidaktisch und in diversen Malklassen Bildende Kunst, u.a. mehrere Jahre bei dem Mannheimer Künstler und Performer Wolfgang Sautermeister.

Zum malerischen Werk der 1959 in Mannheim geborenen Künstlerin gehören sowohl gegenständliche Motive als auch abstrakte Bilder.

Hier finden Sie den Artikel vom 20. Januar im Mannhemer Morgen

Einladung Auktion Künstlernachlässe

Denkmalförderprogramm der Landesregierung Baden-Württemberg: Zweite Tranche für Sanierung freigegeben

Pressemittleiung vom 23.08.2013, Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg

Kurz vor Beginn seiner landesweiten Denkmalreise (3. bis 7. September) und dem landesweiten Tag des offenen Denkmals 2013 (8. September) hat Staatssekretär Ingo Rust die zweite Tranche des Denkmalförderprogramms 2013 freigegeben. Die Landesregierung unterstützt mit 3,9 Millionen Euro Erhalt und Pflege von 101 baden-württembergischen Kulturdenkmalen. Die Mittel des Denkmalförderprogramms stammen ausschließlich aus den Erlösen der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg.

 In der Stadt Mannheim wird die Fassadensanierung der ehemaligen Sternwarte mit 140.210 Euro gefördert.

„Mit dem Denkmalförderprogramm unterstreicht die Landesregierung den Stellenwert der Denkmalpflege“, erklärte Staatssekretär Ingo Rust. Aus dem Denkmalförderprogramm werden private, kirchliche und kommunale Vorhaben gefördert. Mit der ersten und zweiten Tranche wurden in Summe landesweit insgesamt 221 Vorhaben mit 7,9 Millionen Euro unterstützt.

Unter den geförderten kirchlichen Vorhaben sind beispielsweise die Renovierung der Freiburger Wallfahrtskapelle St. Ottilien, die Sanierung der Stützmauer der katholischen Pfarrkirche in Donaueschingen oder Sanierungsarbeiten der Dormentraumschale, dem Konvent und der Klosterkirche in Blaubeuren. Beispiele für geförderte kommunale Projekte sind die Erstellung eines Durchlasses der Wutachtalbahn beim Kilometer 20.916, Sanierungsarbeiten am Karlsruher Rathaus oder der ehemaligen Sternwarte in Mannheim.

Staatssekretär Ingo Rust wird vom 3. bis 6. September mit einer Denkmalreise den hohen Stellenwert der Denkmalpflege für die Landesregierung vor Ort verdeutlichen. Rust wird rund 20 besondere Denkmale in den vier Regierungsbezirken besuchen. Zum Abschluss der Reise eröffnet Rust am Samstag (7. September) den Tag des offenen Denkmals 2013 bei der landesweiten Eröffnungsveranstaltung im Salmen in Offenburg. Der Tag des offenen Denkmals steht unter dem Motto „Unbequeme Denkmale“.

 Weitere Informationen im Internet:

Eine Liste der geförderten kommunalen und kirchlichen Vorhaben finden Sie un-ter www.mfw.baden-wuerttemberg.de in der Meldung zu diesem Thema. Weitere Informationen finden Sie unter www.denkmalpflege-bw.de und www.mfw.baden-wuerttemberg.de in der Rubrik Bau und Immobilien unter Denkmalpflege.

 

Unterstützung Handwerkskammer Mannheim und Mittel für die Sanierung vom Bund

Der Bund hat die Mittel zur Sanierung der Alten Sternwarte mit 250.000 Euro bewilligt. Das ist für uns ein großer Teilerfolg  und Ermunterung zugleich, und hat große Begeisterung bei uns  ausgelöst.

„Man braucht einen langen Atem aber letztlich würden alle Aktionen, bis hin zu aufwendiger Antragschreiberei irgendwann Früchte tragen. Dass wir Mannheimer Unterstützung  auch in Berlin hatten, hat der Sache sicher sehr geholfen“ so Helen Heberer dankbar , denn über die Länder wurden beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) insgesamt  424 Projektanträge eingereicht.

Sehr dankbar sind wir aber auch für die Unterstützung aus der Handwerkskammer, die nun die entsprechenden vorbereitenden Metallarbeiten für die Verlegung der Technikzetrale durch die MVV  vorgenommen hat, und dabei sowohl  Arbeitszeit als auch  Material als Spende gab. Damit ist die Plattform für die MVV geschaffen, die nun die Technikzentrale verlegen kann. Eine wichtige Voraussetzung um den Innenraum zu schaffen, der im Erdgeschoss landfristig zu einer neuen Ausstellungs- und Besucherfläche werden soll.
(07.06.13)

Kurpfälzische Medaillensuite von 1758 – Limitierte Nachprägung 2012

Erlös zur Rettung der Alten Sternwarte Mannheim

Die Kurpfälzische Medaillensuite ist eine Serie von insgesamt 30 Medaillen, die sämtliche regierenden wittelsbachischen Pfalzgrafen, Administratoren und Kurfürsten von der Pfalz von Ludwig I. (1214–1228) bis Karl Theodor (1742–1799) porträtieren. Jede Medaille zeigt ein Herrscherbild und bietet grundlegende Informationen zur jeweiligen Regentschaft.

Kurfürst Karl Theodor setzte mit ihr der seit 1214 herrschenden pfälzischen Regentenlinie aus dem Hause der Wittelsbacher ein einzigartiges Denkmal. Die in unterschiedlichen Materialen gefertigten Suiten dienten dem Kurfürsten als wertvolles Gastgeschenk.

Die Nachprägung

Mit der nun vorliegenden streng limitierten Nachprägung in Silber und Gold durch die Stuttgarter Münzmanufaktur wird dieser einmalige Schatz der Öffentlichkeit erstmals zugänglich gemacht und für Medaillen- und Kurpfalzliebhaber erschwinglich. Ein großartiges Zeugnis kurpfälzischer Geschichte!

Darüber hinaus dient der gesamte Erlös aus der Nachprägung der Rettung der alten Sternwarte in Mannheim. Der Gewinn geht daher vollständig an das Aktionsbündnis „Alte Sternwarte“, das sich 2010 auf Initiative der Landtagsabgeordneten Helen Heberer gegründet hat und dem eine Reihe engagierter Mannheimer Einrichtungen, Vereine und Privatpersonen angehören.

Die Sternwarte in Mannheim, errichtet zwischen 1772 und 1774 ist einer der ganz wenigen noch authentischen Bauten aus der Karl-Theodor-Zeit und steinernes Zeugnis seiner intensiven Förderung der Wissenschaften und Sammlungen.

Umfang der Medalliensuite

Lediglich 100 Suiten in Feinsilber (999 Ag), 9 in Gold (585 Au) und ein Satz in Feingold (999 Au) werden geprägt. Die Medaillen sind in Originalgröße hergestellt. Gold wie Silber stammen aus garantierten Altbeständen. Jede Suite wird in einer wertvollen Kassette geliefert, die von dem Designer Emanuel Hook exklusiv entworfen wurde. Sie ist mit Edelholz furniert, das aus nachhaltigem Anbau stammt. Der Suite beigelegt ist ein ausführliches, hochwertiges Booklet über die Geschichte der Medaillen und der auf ihnen abgebildeten Regenten von Dr. Heidrun Pimpl und Dr. Ulrich Nieß, dem Leiter des Mannheimer Stadtarchivs – ISG.

Unterstützen Sie dieses ungewöhnliche Projekt.

Weitere Informationen finden Sie unter diesem Link

Hier finden Sie die Informationsbroschüre.

 

Fernsehbeitrag zu Medaillensuite

Hier finden Sie den Beitrag der Sendung „Zur Sache – Sternwarte“ des RNF zur Medailliensuite.

Fernsehbeitrag

 

Modell der alten Sternwarte im Beisein von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz übergeben

 

Am 28. Juli 2012 übergab der Präsident des Rotary Clubs Mannheim, Josef Neuberger, dem Aktionsbündnis ein Modell der alten Sternwarte im Maßstab 1:75. Hergestellt wurde die Nachbildung von dem Nürnberger Modellbauer Ernst Biebl.

Das Modell soll auf die einstige Schönheit des Denkmals aufmerksam machen und tatkräftige Fürsprecher für die Sanierung gewinnen helfen. Im Beisein von Andreas Plattner, Dr. Budde (TECHNOSEUM, dem Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, Wolf-Dieter Burak (TECHNOSEUM), MdL Helen Heberer sowie Lothar Schmucker (Architekturbüro) wurde das Modell im Planetarium überreicht.

Geplant ist, das Modell nach der Renovierung im Erdgeschoß der Sternwarte aufzustellen und dort über die ursprünglichen Räumlichkeiten zu informieren. Insgesamt will der Rotary Club Mannheim das Aktionsbündnis mit einer Spende von 15.000 Euro unterstützen – sobald eine Gesamtkonzeption vorliegt. Das überreichte Modell ist die erste Tranche dieser großzügigen Spende.

 

Dietmar Brixy unterstützt mit einer Arbeit das Engagement um die Alte Sternwarte Mannheim

Der bekannte Mannheimer Maler Dietmar Brixy hat für den Verein Stadtbild ein exklusives Kunstwerk geschaffen, das der Verein Interessierten zum Kauf anbietet. Der Erlös kommt ungeschmälert der Sanierung der Sternwarte zugute.

Von dieser Arbeit gibt es ein Original in Ölfarbe und 99 Fotodrucke auf Leinwand. Jedes Exemplar dieser Auflage ist vom Künstler eigenhändig nummeriert und signiert. Zutsätzlich wurde jeder Druck durch Überarbeitung (Anbringung von Stemen in Acrylfarbe) individualisiert. Daher gibt es keine zwei identischen Exemplare und jedes Bild hat den Charakter eines Originals. Der Verein garantiert, dass die Auflage endgültig bei 99 Exemplaren bleibt.

Das Bild hat das Format 40×50 cm und wird in einem maßgefertigten Schutzkarton ausgeliefert.

Die Arbeit kann zu einem Preis von 198,00 EUR angeboten werden, weil Dietmar Brixy den Verein Stadtbild e.V. bei dieser Aktion großzügig unterstützt. So günstig kann man einen Brixy sonst nicht kaufen!

Sie können die Arbeit erwerben:

  1. Telefonisch unter 0621 1262051
  2. Per Fax unter 0621 1262070
  3. Per E-Mail unter stadtbild@manz.de

Wünsche für Exemplare mit bestimmten Nummern können berücksichtigt werden.

Die Bezahlung erfolgt per Überweisung auf das Konto Stadtbild Mannheim e.V. Konto-Nr. 38 460 242 bei der SparkasseR hein NeckarN ord, BLZ 670 505 05.

 

Mitglieder

Die Mitglieder des Aktionsbündnisses:

Freundeskreis Mannheimer Planetarium e. V.
Kurpfälzer Konzertchor
Künstlernachlässe Mannheim
Maler- und LackiererInnung Mannheim
Mannheimer Altertumsverein
Mannheimer Architekturund
Bauarchiv
Mozart-Gesellschaft Kurpfalz e. V.
Planetarium Mannheim
rem Reiss-Engelhorn-Museen
Stadtarchiv – Institut für Stadtgeschichte
Stuckateur-Innung Mannheim
TECHNOSEUM
Verein Stadtbild e. V.
Werbegemeinschaft Mannheim City e. V.
wob AG

Die Sternwarte in alten Ansichten

Die Idee zu dieser Seite entstand spontan bei einem Besuch der Austellung „Faszination Landschaft“ im Zeughaus, in der der wunderschönen Kupferstich zu sehen war, auf dem Jakob Rieger 1790 den Blick von der Sternwarte nach Norden hin  festgehalten hat.

Warum nicht Bilder, Aquarelle und Gemälde vorstellen, die mit der alten Sternwarte zu tun haben, fragen sich Kai Budde und Andreas Krock vom Aktionsbündnis.

Warum nicht?! Und damit bringen wir in loser Folge verschieden Beiträge dazu auf dieser Seite. Wenn Sie Interesse haben auch einen Beitrag zu liefern, melden Sie sich.

Wir beginnen mit dem Kupferstich von Jakob Rieger und etwas zum Stand der Sternwarte um 1790 (Bauvorhaben!), seine Astronomen und ihre Tätigkeiten (u.a. Reparatur der Instrumente) sowie über den berühmten Besucher von 1790 , Georg Reichenbach. Der Text stammt von Kai Budde.

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Als J. Rieger 1790 diese vom Altan der Sternwarte aufgenommene Ansicht von Mannheim veröffentlichte, war die Mannheimer Sternwarte eine anerkannte Institution, die mit den führendenAstronomen in Paris, London und St. Petersburg zusammenarbeitete. Verantwortlich dafür war der  kurfürstliche Hofastronom und Jesuit Christian Mayer (1719-1783) gewesen, der den Bau einer Sternwarte in Mannheim durchgesetzt und sich besonders durch seineFixsternbeobachtungen einen internationalen Ruf erworben hatte. Seine nächsten Nachfolger, Karl Josef König (1784-1786) und Johann Nepomuk Fischer (1786-1788) blieben nur kurz in Mannheim. Der vierte Hofastronom (Ernennung: 12.04. 1790), der dem Orden der Lazaristen angehörige Roger Barry (1752 -1813), ein Schüler des französischen Hofastronomen Josephe J. de Lalande (1732-1807), war im Dezember 1788 in Mannheim eingetroffen, um den zur Ausbildung in Paris weilenden Astronomen Peter Ungeschick zu vertreten. 1789, nach dem Bastille-Sturm und der Verjagung der Lazaristen aus Paris, bekam Barry als Gehilfen den vor der Revolution geflüchteten Ordensbruder Maurice Henri zur Seite gestellt.ausschnitt4

Gemeinsam überwachten sie das große Umbauvorhaben an der Sternwarte seit ihrer 1776 erfolgten Fertigstellung: Seit 1789 war man dabei, dem Sternwartenturm nach Westen einen massiven bogenartigen Anbau vorzusetzen, ein Bauvorhaben, das erst 1791 abgeschlossen sein und gut 10.000 Gulden kosten sollte. Der sich vom übrigen Baukörper gut abhebende Anbau erstreckt sich in der Höhe bis auf das Niveau des großen Instrumentensaales und gibt der Sternwarte bis heute ihr charakteristisches Aussehen.

Der ganze Aufwand galt der Aufstellung eines schon im Juli 1785 gelieferten neuartigen astronomischen Fernrohrs aus London, für das man bis dato keinen Aufstellungsort gefunden hatte und welches noch in Kisten verpackt auf seine Aufstellung wartete. Dieses sogenannte Passage-Gerät oder Transitinstrument war ein von dem englischen Instrumentenhersteller Jesse Ramsden (1735-1800) gefertigtes, vertikal schwenkbares Fernrohr mit einer doppelt konischen Achse, das auf zwei steinernen Säulen erschütterungsfrei gelagert werden musste. Das ca. 180 cm lange Fernrohr besaß ein achromatisches Dreifachobjektiv von 3 Zoll 10 Linien und drei verschiedene Okulargläser mit 90-, 130- und 200-facher Vergrößerung. Der 180° umfassende Halbkreis zur Höheneinstellung hatte einen Durchmesser von ca. 300 cm.

Dafür sollten in dem neuen Anbau zwei kleine Kabinette eingerichtet werden: Eines für das Transitinstrument, das zweite für ein anderes zukünftiges astronomisches Gerät. Im Raum für das Transitinstrument war in der Decke eine schwenkbare Klappe angebracht, die man öffnen konnte, wenn das Fernrohr üausschnitt1ber 60° ausgerichtet war. Erst 1792 wurde das kostbare Instrument auf dem Sockel montiert, doch schon im Dezember 1793, als die Franzosen die der Sternwarte gegenüber-liegende Rheinschanze erobert hatten, mussten alle astronomische Geräte der Sternwarte abgebaut und in Kisten mit Holzwolle im Erdgeschoss der Sternwarte deponiert werden. Dort blieben sie sicherheitshalber bis Juli 1801.

Roger Barry kümmerte sich zusätzlich zum Baugeschehen um eine Neuaufstellung des Zenitsektors im vierten Obergeschoss, außerdem um die Reparatur des Mauerquadranten im großen Beobachtungssaal der Sternwarte. Der von dem Feinmechaniker Jeremiah Sisson 1778 nach Mannheim gelieferte Zenitsektor war ein ca. 290 cm langes Fernrohr mit achromatischen Linsen, das vertikal montiert wurde und nach beiden Seiten um 7° schwenkbar war. Es besaß eine 90-fache Vergrößerung. Um eine Verbindung zum Sternenhimmel schaffen zu können, war eine Luke auf der westlichen Seite der Plattform eingelassen, die bei Beobachtungen der zirkumpolaren Sterne geöffnet wurde.

Barry und Henri teilten sich 1790 die Arbeit mit den Geräten auf: Barry beobachtete die Gestirne an ihrem Kulminationspunkt durch den Mauerquadranten, Henri die Sterne um den nördlichen Himmelspol durch den Zenitsektor.

Trotz des Bauvorhabens war es anscheinend möglich, dass Besucher die obere Plattform der Sternwarte als Aussichtspunkt nutzten. Dies vermittelt jedenfalls die Ansicht von Rieger, die einige Staffagefiguren von der Plattform die grandiose Aussicht bewundern lässt. Seit ihrer Fertigstellung 1776 war die Sternwarte ein Ziel sowohl der Mannheimer als auch auswärtiger Reisender. In dem in der Universitätsbibliothek Heidelberg aufbewahrten Gästebuch der Sternwarte (1776-1792) findet man unter vielen auch die Einträge von Wolfgang Amadeus Mozart (1778),  von dem späteren Intendanten des Nationaltheaters Wolfgang A. Iffland (1780), den Astronomen Anders Johan Lexell (1780), Franz Xaver Zach (1776) und Heinrich Wilhelm Olbers (1787), dem Verleger Johann Friedrich Cotta (1784) und dem späteren Präsidenten der Vereinigten Staaten, den damals noch in diplomatischer Mission in Paris tätigen Thomas Jefferson (1788).ausschnitt3

Für das Jahr 1790  sind einige französische adelige Emigranten, sogenannte „Candidati contrarevolutionis galliae“, wie der Comte de Saint Malon, der Vicomte de la cropte de Bourzac und ein Chevalier genannt. Außerdem der junge Georg Reichenbach, der zwischen 1788 und 1790 die Militärschule in Mannheim besuchte und sich im Mai 1791 mit einem Stipendium des Kurfürsten in Höhe von 500 Gulden nach England begab, um dort Mechanik zu studieren, wobei sein Interesse den Dampfmaschinenfabriken von Boulton und Watt galt. Georg Reichenbach war der Sohn des Mannheimer Stückbohrers (Kanonenhersteller) und Obristleutnants Johann Christoph Reichenbach. Nach seiner Rückkehr von England schlug Georg Reichenbach zunächst eine militärische Laufbahn ein und kam schließlich nach München, wo er 1804 einen Wiederholungskreis nach dem Vorbild von Jean-Charles de Borda (1733-1799) konzipierte, der als astronomisches Beobachtungsinstrument zur Messung von Winkelgraden den außer Mode gekommenen Zenitsektor ersetzen sollte. Beim Wiederholungskreis können mit zwei gegeneinander verschiebbaren Fernrohren gleichzeitig zwei Ziele anvisiert und der Winkel zwischen ihnen als Bogenminuten abgelesen werden.

Bei den Untersuchungen von Dach und Mauerwerk der Sternwarte in Vorbereitung auf die anstehende Restaurierung stößtausschnitt2 man möglicherweise auf die Dachöffnungen für den Zenitsektor oder das Transitinstrument. Auch die Öffnung zu den ehemaligen Kabinetten im Anbau wäre eine kleine Sensation. Es wird auf alle Fälle spannend!

 Kai Budde/ 26.06.2013

 

 

Rudi Müllers (1895-1972),

Blick in den ehemaligen Friedrichspark mit Alter Sternwarte

müller gesamtIm Zusammenhang mit den nun laufenden Sanierungsarbeiten an der Alten Sternwarte ergab sich im Frühjahr 2013 für das Aktionsbündnis Alte Sternwarte erfreulicherweise die Gelegenheit, eine reizvolle Ansicht im Heidelberger Auktionshandel zu erstehen. Sie zeigt die Alte Sternwarte, noch umgeben von üppigem Grün des bis zum Zweiten Weltkrieg existierenden Friedrichsparks und stammt von dem Maler Rudi Müllers, der später v.a. als Werbegrafiker tätig war.

Müllers, der sich in den zwanziger Jahren mit Ansichten der Mannheimer Sternwarte und Jesuitenkirche auch druckgrafisch auseinandersetzte, könnte das Gemälde ebenfalls in diesem Zeitraum geschaffen haben. Links im Hintergrund der Darstellung ist außerdem noch die südwestliche Ecke des Zeughauses zu erkennen. Der Friedrichspark grenzte unmittelbar an die Sternwarte an und erstreckte sich westlich von ihr und der dahinter aufragenden Jesuitenkirche bis zum Parkring. Er war nach Großherzog Friedrich I. von Baden (1826-1907) benannt worden und ursprünglich ein Teil des ehemaligen Schlossgartens gewesen, von dem er 1880 abgetrennt und damals zu einem der schönsten Parks in der Stadt umgestaltet worden war. Besonders im Sommer war er ein beliebter Treffpunkt für die Bewohner der Innenstadt. Man promenierte zwischen dichtem Baumbestand und italienischen Blumenrabatten um den großzügig angelegten Teich, auf dessen Wasserspiegel sich in Müllers‘ Gemälde die Sternwarte spiegelt. Ein Freirestaurant, das von dem u.a. für seine Villenarchitektur in der Mannheimer Oststadt bekannten Architekten Wilhelm Manchot (1844-1912) entworfen worden war, lud zum Verweilen ein und während des Sommers fanden fast täglich Gartenkonzerte statt.

müller ausschnitt sternwarteDamit knüpfte man an die Tradition französischer Parks an, beispielsweise den Jardin du Luxembourg in Frankreichs Metropole, der dem Mannheimer Großbürgertum von seinen Reisen nach Paris, beispielsweise zu den diversen Weltausstellungen, bekannt gewesen sein dürfte. Im prosperierenden Gründerzeitdeutschland sollten vergleichbare Anlagen nun ebenso großstädtisches Flair verströmen. Einen gewissen Anflug davon meint man noch in der schon herbstlichen Stimmung in Müllers‘ Darstellung mit den flirrenden Farben in spätimpressionistischer Manier zu erkennen, aus der sich die Sternwarte als Relikt einer vergangenen Zeit emporreckt.

Rudi Müllers war, aus heutiger Sicht betrachtet, kein überragend bedeutender Künstler gewesen, der sich in seiner Entwicklung wie in seinem Werk nachweislich moderner Einflüsse und Tendenzen bedient hätte. Vielmehr bildete er seine Motive – Stadtansichten, Landschafts-, Industrie- und Hafenszenen – ähnlich real ab, wie dies zu seiner Zeit für viele Fotoansichten typisch war, tauchte sie jedoch zugleich in eine ansprechende Atmosphäre, was ihm zahlreiche Bildaufträge dieser Art einbrachte. Ganz ähnlich verhielt es sich dann auch in der Nachkriegszeit mit seinen kolorierten Radierungen bestimmter Sehenswürdigkeiten v.a. des kriegsverschonten Heidelbergs, die in großer Auflage gedruckt wurden.

auschnitt häusseAusgebildet an den Akademien in München und Leipzig, ließ sich Müllers nach seinem Militärdienst im Ersten Weltkrieg 1918 in Mannheim nieder. Eine in den zwanziger Jahren geplante Ausstellung im Mannheimer Kunstverein kam nicht zustande. Seine letzte Adresse in Mannheim 1942 war die Hausnummer D 4, 6, nicht weit von der Sternwarte entfernt. In der Richard-Wagner-Straße 32 unterhielt er sein Atelier sowie Geschäftsräume, bevor er 1945 den Wohnsitz und das florierende Büro für Werbegrafik nach Heidelberg an den Kornmarkt Nr. 3 verlegte. Rechtzeitig, bevor sich die Amerikaner mit Ansichten aus Good old Heidelberg einzudecken begannen. Heute nahezu vergessen, galt Müllers zu Lebzeiten als einer der produktivsten Künstler der hiesigen Region. Von der Alten Sternwarte hat er uns mit diesem Gemälde eine eindrückliche, unwiederbringliche Ansicht hinterlassen, nachdem an Stelle des damaligen Friedrichsparks heute Brückenauffahrten, Straßenbahn- und Eisenbahntrassen das Bild bestimmen.

Andreas Krock

 

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